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Eine wunderschöne Reise ins Watt
Die Studienfahrt des diesjährigen Biologiekurses (mit erweiterte Anforderungen) führte uns in den hohen Norden: Fünf Tage lang (vom 22. bis zum 26. März 2010) waren wir mit unserer Stammkursleiterin Frau Brehm und Herrn Stieff unterwegs. Zusammen mit drei jungen Freiwilligen und etlichen wilden Kaninchen waren wir am Fuße des Leuchtturms Westerhever untergebracht.
In einem passend eingerichteten Seminarhaus beschäftigten wir uns ausführlich mit dem Wattenmeer als Ökosystem. Unterstützt wurden wir dabei von drei Freiwilligen, die dort sozusagen einsam auf der Insel ihr freiwilliges ökologisches Jahr verbringen.
Die Unterkunft direkt im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer war ein idealer Ausgangspunkt für unser Thema.
Gleich zu Beginn erwartete uns eine dreistündige vogelkundliche Führung: Hätten Sie gewusst, dass jährlich etwa 10 bis 12 Millionen Zugvögel im Wattenmeer Station machen? Für zahlreiche Küstenvögel ist das Watt die ideale „Tankstelle“, um sich auf Langstreckenflüge vorzubereiten, andere wiederum nutzen es als Brutstätte. Dementsprechend viele Vögel bekamen wir auch die ganze Woche lang zu sehen. Am nächsten Tag ging es dann direkt ins Watt – um diese Jahreszeit waren wir zwar alle mit Gummistiefeln unterwegs, aber wir konnten trotzdem schon die Sonne und blauen Himmel genießen. Viel war draußen noch nicht zu sehen; stolz können wir aber von den Spuren des Wattwurms an der Oberfläche berichten. Des Weiteren sah man die ersten Spitzen des Quellers, einer Salzpflanze. Queller ertragen von allen Blütenpflanzen die höchsten Salzgehalte, indem sie gleichzeitig mit dem Salz Wasser aufnehmen und abspeichern. So können sie die Funktion der Osmose gewährleisten.
Am Nachmittag beschäftigten wir uns im hauseigenen Labor mit diversen Wattorganismen – von Kieselalgen über den Wattwurm bis hin zum Seestern. So erfuhren wir beispielsweise, dass allein die Miesmuscheln im Watt das Wasser des Wattenmeeres innerhalb von drei Wochen einmal komplett filtern(Um unseren Köpfen die Möglichkeit zu geben, die vielen Informationen in Ruhe zu verarbeiten, ließen wir den Tag mit einem Filmabend ausklingen.).
Am Mittwoch starteten wir nach dem Frühstück mit einer etwas anderen Art des ganzheitlichen Lernens. Gemeinsam machten wir uns in unserem gemieteten Kleinbus auf in das benachbarte Sankt Peter-Ording und vergnügten uns am Meer beim Originelle-Strandfotos-Machen. Wer weiß; vielleicht tauchen ein paar von ihnen einmal im Schulhaus auf...
Nach einer netten Runde im Strandcafé machten wir uns auf den Rückweg nach Westerhever. Am Nachmittag gab es ein Referat über die Salzwiesen, sie sind das bewachsene Gebiet zwischen Watt und Deich gehören damit zum großen Ökosystem Wattenmeer. Momentan gab es auch dort noch nicht so viel zu sehen, aber trotzdem kann man viel von ihnen erzählen. Sie wurden lange zur Landgewinnung kultiviert – unter anderem durch Entwässerungskanäle und Beweidung. Heute soll im Nationalpark möglichst viel ursprüngliche Salzwiese vorhanden sein, unter anderem ist dies eine ideale Brutstätte für Vögel.
Eine große Zusammenfassung und Erweiterung des Gelernten bot uns das Nationalparkzentrum in Tönning am vorletzten Tag . Keiner erwartete viel und so wurden wir durchweg positiv überrascht. Die ausführliche und sehr interessante Führung bot anfangs einen Überblick zum Watt, um dann zum Lebensraum Nordsee und den Weltmeeren überzuleiten. Zu gefühlt jedem zweiten Tier in den Aquarien hatte der Mitarbeiter des Museums eine Anekdote parat.
Den Nachmittag verbrachten wir bei weiterhin schönem Wetter in und um Husum, sodass auch der Bedarf nach Stadtleben gedeckt werden konnte.Denn so entspannend die Leuchtturmwarft auch war – Action bezüglich des Nachtlebens bot sie nicht. Wenn man windige Nachtspaziergänge und Sternenbeobachtung unter der Lichtkuppel des Leuchtturms mag, kam man jedoch auch mitten im Nichts auf seine Kosten, wie ich von mir sagen kann.
Den letzten Morgen nutzten wir dann zum Packen und Aufräumen und am späten Vormittag machten wir uns auf den Rückweg nach Jena. Der Abschied von der Nordsee wurde durch die Aussicht auf die folgenden zwei Wochen Osterferien doch erheblich erleichtert.
Wenn ich jetzt so zurückblicke, war es nicht nur das interessante Thema und das sehr gute Wetter, was mir an der Studienfahrt gefallen hat, sondern gerade die Abgeschiedenheit und die Verpflichtung, uns zu bekochen. Die Versorgung lief praktisch von selbst und wir waren viel freier in unserer Tagesplanung. So kamen wir zu Mahlzeiten, die man für das Geld in keiner anderen Unterkunft bekommen hätte. Es war lecker und gesund und bot einigen die Möglichkeit, früh morgens zwanzig Kilometer zum Brötchen holen zu fahren – gegen den Wind.
Aber auch der Rest der Gruppe war viel an der frischen Luft, da wir immer noch zwei Kilometer vom Parkplatz zum Leuchtturm durch die Salzwiesen liefen. Die Studienfahrt war eine schöne Vorbereitung auf unser momentanes Thema in Biologie – die Ökologie. Da wird uns auch der Hefter, den wir an der Nordsee gestaltet haben nützlich sein.
Liebe Schüler, ich kann es euch nur wärmstens ans Herz legen, das Seminarhaus Westerhever bei eurer Planung der Studienfahrt mit zu bedenken; es ist wahrlich eine Reise wert, besonders wenn das Wetter gut ist ...
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